Swiss German — Daily Life (for German Speakers) Official
215 Swiss German (Züridütsch) words for daily life. Shopping, food, transport, work, weather, and social life with phonetic pronunciation guides and comparisons to standard German.
CEFR A2 — Elementary
At this level you can handle daily routines, describe your background. Vocabulary: ~1,200 words (cumulative).
Swiss German → German217 words~22 days at 10 words/day0 downloadsA2B1
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Wie im Hochdeutschen. 'Döte' = dort (Zürichdeutsch). 'Vorne' = vorne.
de Sack
die Tüte / die Tasche
Bruuchsch en Sack? – Nei, ich ha min eigete.
Brauchst du eine Tüte? – Nein, ich habe meinen eigenen.
'Sack' = Tüte (nicht abwertend). 'Nei' = nein. 'Eigete' = eigenen. In der Schweiz kosten Plastiksäcke Geld.
s Rückgäld
das Wechselgeld / Rückgeld
Du häsch s Rückgäld vergässe!
Du hast das Wechselgeld vergessen!
Aussprache: [s RÜCK-gäld] (ä wie in Bär). 'Rückgäld' statt 'Rückgeld' (e→ä). 'Vergässe' = vergessen.
poschte gah
einkaufen gehen
Chum, mir gönd go poschte!
Komm, wir gehen einkaufen!
Aussprache: [POSCH-te GAH] (langes a bei gah). 'Poschte gah' = einkaufen gehen. Mit 'go'-Partikel vor dem Infinitiv: 'mir gönd go poschte'. 'Chum' = komm (Imperativ).
Aussprache: [de MÄRT] (ä wie in Bär). 'Märt' = Markt. 'Samschtig' = Samstag. 'Bürgiplatz' = Bürkliplatz (bekannter Marktplatz in Zürich).
s Müesli
das Müsli
Zum Zmorge äss i immer Birchermüesli.
Zum Frühstück esse ich immer Birchermüsli.
Aussprache: [s MÜÄS-li] (üe-Diphthong, nicht verwechseln mit Müüsli). 'Müesli' = Müsli. Birchermüesli wurde vom Schweizer Arzt Maximilian Bircher-Benner erfunden. Ein Schweizer Nationalgericht.
de Cervelat
die Cervelat (Schweizer Nationalwurst)
Mir grilliere Cervelat am Lagerföör.
Wir grillen Cervelat am Lagerfeuer.
'Cervelat' = typische Schweizer Brühwurst. Wird auch 'Cervelas' geschrieben. 'Lagerföör' = Lagerfeuer (eu→öö).
s Raclette
das Raclette (Käsegericht)
Hüt Aabig gits Raclette mit Härdöpfel.
Heute Abend gibt es Raclette mit Kartoffeln.
Geschmolzener Käse mit Kartoffeln, Essiggurken und Silberzwiebeln. Aus dem Wallis. 'Hüt Aabig' = heute Abend.
s Fondue
das Fondue (Käsefondue)
Im Winter ässe mir gärn Fondue.
Im Winter essen wir gerne Fondue.
Geschmolzener Käse im Caquelon (Fonduetopf). Brot wird eingetunkt. 'Gärn' = gerne. Wer das Brot verliert, zahlt eine Runde!
e Stange
ein Stangenbier (0.3L Bier)
Zwei Stange, bitte!
Zwei Stangenbier, bitte!
'Stange' = 0.3L Bier. Standard-Biergrösse in der Schweiz. 'E Grossi' = 0.5L. 'Es Herrgöttli' = 0.2L (regional).
de Schoppe
das Glas Wein (ca. 1-2 dL)
Ich nimm en Schoppe Wiisse.
Ich nehme ein Glas Weißwein.
Aussprache: [de SCHOP-pe] (kurzes o, doppeltes p). 'Schoppe' = Glas Wein (ca. 1-2 dL). 'Wiisse' = Weißwein. 'Roote' = Rotwein. Aus dem Französischen 'chopine'.
de Kafi
der Kaffee
En Kafi Crème, bitte.
Einen Milchkaffee, bitte.
Aussprache: [de KA-fi] (kurzes a, Betonung auf erster Silbe). 'Kafi' = Kaffee. 'Kafi Crème' = Kaffee mit Rahm (das Standardgetränk, wie 'Milchkaffee'). 'Schale' = Milchkaffee in grosser Tasse.
s Gipfeli
das Croissant
Es Gipfeli mit Butter und Confi.
Ein Croissant mit Butter und Marmelade.
Aussprache: [s GIP-fe-li] (Diminutiv -li). 'Gipfeli' = Croissant (Diminutiv von 'Gipfel'). In der Schweiz sagt man nie 'Croissant'. 'Confi' = Konfitüre/Marmelade.
Hast du noch Konfitüre? Die Erdbeermarmelade ist alle.
Aussprache: [d kon-fi-TÜ-re] (französisch, ü wie in über). 'Confitüre' (oder kurz 'Confi') = Marmelade. Aus dem Französischen. 'Alli' = alle/aufgebraucht.
de Rahm
die Sahne
Wotsch Rahm zum Kafi?
Willst du Sahne zum Kaffee?
In der Schweiz sagt man immer 'Rahm', nie 'Sahne'. 'Schlagrahm' = Schlagsahne.
s Joghurt
das Joghurt
Ich ässe jede Morge es Joghurt.
Ich esse jeden Morgen ein Joghurt.
In der Schweiz Neutrum: 'es Joghurt' (nicht 'der Joghurt'). 'Jede Morge' = jeden Morgen.
d Rösti
die Rösti (gebratene Kartoffeln)
E Rösti mit Spiegelei, bitte.
Eine Rösti mit Spiegelei, bitte.
Aussprache: [d RÖSCH-ti] (wird oft mit sch gesprochen). Geriebene und gebratene Kartoffeln. Schweizer Nationalgericht. 'Röstigraben' = kulturelle Grenze zwischen Deutsch- und Westschweiz.
Aussprache: [de ÖP-fel-moscht] (ö wie in Öffnung, scht am Ende). 'Öpfelmost' = Apfelsaft (kann auch leicht alkoholisch sein). 'Öpfel' = Äpfel (Vokalverschiebung).
s Zmorge
das Frühstück
Am Sundi gömer go zmorge is Kafi.
Am Sonntag gehen wir im Café frühstücken.
Aussprache: [s ZMOR-ge] (zm- zusammen). 'Zmorge' = Frühstück. Auch als Verb: 'zmorge' = frühstücken. 'Gömer' = gehen wir. 'Is Kafi' = ins Café.
s Zmittag
das Mittagessen
Was gits zum Zmittag?
Was gibt es zum Mittagessen?
'Zmittag' = Mittagessen. Von 'z'Mittag' = zu Mittag. 'Gits' = gibt es.
s Znacht
das Abendessen
Mir ässe s Znacht meischtens um sächsi.
Wir essen das Abendessen meistens um sechs.
Aussprache: [s ZNACHT] (zn- zusammen, ch wie in ach). 'Znacht' = Abendessen. 'Meischtens' = meistens. 'Sächsi' = sechs (Uhrzeit mit Diminutiv-Endung).
S isch fein gsi
Es war lecker
Merci, s isch mega fein gsi!
Danke, es war richtig lecker!
Aussprache: [s isch fein GSI] (gs- zusammen, i kurz). 'Fein' = lecker (beim Essen). 'Gsi' = gewesen. Standard-Kompliment nach dem Essen.
Nochmals s Gliiche
Nochmal dasselbe (Nachbestellung)
Nochmals s Gliiche, bitte.
Nochmal dasselbe, bitte.
Aussprache: [NOCH-mals s GLII-che] (langes i, ch wie in ich). Typische Nachbestellung im Restaurant. 'S Gliiche' = dasselbe/das Gleiche.
de Wii
der Wein
Ich nimm en Glas Wii, bitte.
Ich nehme ein Glas Wein, bitte.
Aussprache: [de WII] (langes i, kein Diphthong ei wie in Wein). 'Wii' = Wein. 'Wiisse' = Weisswein, 'Roote' = Rotwein. Die Schweiz hat viele lokale Weinregionen.
s Dessert
das Dessert / der Nachtisch
Zum Dessert gits Crème brûlée.
Zum Dessert gibt es Crème brûlée.
'Dessert' wie im Französischen (nicht 'Nachtisch'). In der Schweiz sehr französischer Einfluss auf die Esskultur.
s Spitzli
die Spätzle / Spätzli
Zu de Schnitzel gits Spitzli.
Zum Schnitzel gibt es Spätzle.
Aussprache: [s SPITZ-li] (Diminutiv -li). 'Spitzli' = Spätzle (Eierteigwaren). Auch 'Chnöpfli' = eine runde Variante. Typische Beilage.
en Guete!
Guten Appetit!
So, s Ässe isch parat. En Guete!
So, das Essen ist fertig. Guten Appetit!
Aussprache: [en GUE-te] (ue-Diphthong). 'En Guete' = einen Guten (wörtlich). Wird vor jeder Mahlzeit gesagt. 'Parat' = fertig/bereit.
s Tram
die Straßenbahn
Mir fahred mit em Tram i d Stadt.
Wir fahren mit der Straßenbahn in die Stadt.
In Zürich Neutrum: 's Tram'. Zürich hat 15 Tramlinien. Das Tram hat Vorfahrt. 'I d Stadt' = in die Stadt.
de Bus
der Bus
De Bus chunnt alli zehn Minute.
Der Bus kommt alle zehn Minuten.
'Bus' wie im Hochdeutschen. 'Alli zehn Minute' = alle zehn Minuten. Postauto = Bus auf dem Land (gelb).
de Zug
der Zug
De Zug uf Bärn fahrt ab Gleis drü.
Der Zug nach Bern fährt ab Gleis drei.
'Zug' wie im Hochdeutschen. 'Uf' = nach (Richtung bei Städten). 'Gleis drü' = Gleis drei. 'Fahrt' = fährt.
s Billett
die Fahrkarte / das Ticket
Ich muess no es Billett löse.
Ich muss noch eine Fahrkarte kaufen.
Aussprache: [s bil-JÄT] (französisch, Endung wie -jät). 'Billett' = Fahrkarte (aus dem Französischen). 'Löse' = kaufen (speziell für Tickets). Nie 'kaufen' für Fahrkarten.
Morgen habe ich frei, gehen wir etwas unternehmen?
'Frei haa' = frei haben. 'Morn' = morgen. 'Han ich' = habe ich. 'Öppis mache' = etwas unternehmen.
d Ferie
die Ferien / der Urlaub
Mir gönd i d Ferie uf Italie.
Wir fahren in den Urlaub nach Italien.
In der Schweiz immer 'Ferie' (Plural), nie 'Urlaub'. 'Uf Italie' = nach Italien.
de Lohn
der Lohn / das Gehalt
De Lohn i de Schwiiz isch hoch.
Der Lohn in der Schweiz ist hoch.
In der Schweiz sagt man 'Lohn', nicht 'Gehalt'. Schweizer Löhne sind die höchsten in Europa.
de Stift
der Lehrling / Auszubildende
De nöi Stift isch huere fleissig.
Der neue Lehrling ist sehr fleißig.
'Stift' = Lehrling/Azubi (umgangssprachlich). 'Lehre' = Ausbildung/Lehre. Das duale System ist in der Schweiz sehr wichtig.
de Zmorge
die Frühstückspause (am Arbeitsplatz)
Um nüni mached mir Zmorge.
Um neun machen wir Frühstückspause.
'Zmorge mache' am Arbeitsplatz = Frühstückspause. Nicht verwechseln mit dem Znüni (Vormittagssnack).
s Wetter
das Wetter
S Wetter isch hüt schön, gömer go wandere?
Das Wetter ist heute schön, gehen wir wandern?
'Wetter' wie im Hochdeutschen. Wandern ist der Schweizer Nationalsport. 'Go wandere' = wandern gehen.
de Föhn
der Föhn (warmer Fallwind)
Bi Föhn gsehsch d Alpe vo Züri uus.
Bei Föhn siehst du die Alpen von Zürich aus.
'Föhn' = warmer, trockener Fallwind aus den Alpen. Verursacht oft Kopfschmerzen. 'Gsehsch' = siehst du. 'Uus' = aus.
d Bise
die Bise (kalter Nordostwind)
Hüt blost d Bise, zieh di warm aa!
Heute bläst die Bise, zieh dich warm an!
'Bise' = kalter, trockener Nordostwind. Besonders am Genfersee und im Mittelland spürbar. 'Blost' = bläst. 'Zieh di aa' = zieh dich an.
s isch chalt
es ist kalt
S isch cheibe chalt hüt, minus zehn Grad!
Es ist verdammt kalt heute, minus zehn Grad!
Aussprache: [s isch CHALT] (starkes uvulares ch + alt). 'Chalt' = kalt (k→ch). 'Cheibe' = verdammt (Verstärkung). 'Grad' = Grad.
s isch warm
es ist warm
S isch warm, gömer go bade?
Es ist warm, gehen wir baden?
'Warm' wie im Hochdeutschen. 'Go bade' = baden gehen. Im Sommer gehen viele Zürcher in die Badi (Freibad) oder in den See.
s isch heiss
es ist heiß
Puh, s isch hüt mega heiss!
Puh, es ist heute super heiß!
'Heiss' wie im Hochdeutschen (ohne ß). 'Mega' = sehr (besonders bei Jüngeren).
es rägnet
es regnet
Es rägnet scho de ganz Taag.
Es regnet schon den ganzen Tag.
Aussprache: [es RÄG-net] (ä wie in Bär). 'Rägnet' = regnet (e→ä). 'De ganz Taag' = den ganzen Tag. 'Scho' = schon.
es schneit
es schneit
Es schneit, mir chönd go Ski fahre!
Es schneit, wir können Ski fahren gehen!
'Schneit' wie im Hochdeutschen. 'Chönd' = können (wir-Form). 'Go Ski fahre' = Ski fahren gehen.
s isch schön
es ist schön (Wetter)
S isch mega schön, mir sötted use gah!
Es ist wunderschön, wir sollten rausgehen!
'Schön' wie im Hochdeutschen. 'Use gah' = hinausgehen/rausgehen. 'Sötted' = sollten.
de Näbel
der Nebel
Im Winter hets immer Näbel am Mittelland.
Im Winter gibt es immer Nebel im Mittelland.
Aussprache: [de NÄ-bel] (ä wie in Bär). 'Näbel' = Nebel (e→ä). Das Mittelland hat im Winter oft Hochnebel. 'Hets' = hat es (= gibt es).
d Sunne
die Sonne
D Sunne schiint, gömer a See!
Die Sonne scheint, gehen wir an den See!
'Sunne' = Sonne. 'Schiint' = scheint. 'A See' = an den See. In Zürich: Zürisee.
de Jass
das Jassen (Schweizer Kartenspiel)
Chömed, mir jassed e Rundi!
Kommt, wir spielen eine Runde Jass!
'Jass' = populärstes Schweizer Kartenspiel mit speziellen Karten. 'Jasse' = Jass spielen. 'E Rundi' = eine Runde.
de Erst August
der 1. August (Schweizer Nationalfeiertag)
Am Erst August gits Füürwerk und Lampions.
Am 1. August gibt es Feuerwerk und Lampions.
Aussprache: [de ERSCHT AU-guscht] (scht-Lautung). Schweizer Nationalfeiertag. 'Füürwerk' = Feuerwerk. Höhenfeuer, Lampionumzüge und Bundesfeier. 'Gits' = gibt es.
de Apéro
der Apéro / Aperitif
Nach de Sitzig gits en Apéro.
Nach der Besprechung gibt es einen Apéro.
Wichtige soziale Tradition: Getränke und Häppchen vor dem Essen oder nach Anlässen. 'Apéro riche' = reichhaltiger Apéro als Mahlzeitersatz.
s Openair
das Open-Air-Festival
Am Weekend gömer as Openair.
Am Wochenende gehen wir auf ein Open-Air-Festival.
'Openair' (ein Wort) = Musikfestival im Freien. Bekannt: Openair Frauenfeld, Openair St. Gallen. 'As' = an das.
d Fasnacht
der Karneval / die Fastnacht
D Basler Fasnacht isch berühmt.
Die Basler Fastnacht ist berühmt.
'Fasnacht' = Karneval (in der Schweiz). Basler Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch. Luzerner Fasnacht ist auch bekannt.
Schwiizerdütsch rede
Schweizerdeutsch sprechen
I de Schwiiz redet mer Schwiizerdütsch.
In der Schweiz spricht man Schweizerdeutsch.
Aussprache: [SCHWII-zer-dütsch RE-de] (langes i). 'Schwiizerdütsch' = Schweizerdeutsch. 'Rede' = sprechen. In der Schweiz ist Dialekt die Normalsprache, Hochdeutsch wird nur geschrieben und in formellen Situationen gesprochen.
Hochdütsch rede
Hochdeutsch sprechen
I de Schuel mues mer Hochdütsch rede.
In der Schule muss man Hochdeutsch sprechen.
Aussprache: [HOCH-dütsch RE-de] (ch wie in ach). 'Hochdütsch' = Hochdeutsch/Standarddeutsch. Wird in der Schule und in formellen Situationen verwendet. Für Schweizer ist es fast wie eine Fremdsprache.
s Schwinge
das Schwingen (Schweizer Ringen)
Am Schwingfäscht gwinnt de Schwingerkönig.
Am Schwingfest gewinnt der Schwingerkönig.
'Schwinge' = traditioneller Schweizer Ringkampf in Sägemehl. 'Schwingfäscht' = Schwingfest. Der Sieger wird 'Schwingerkönig' genannt.
de Samichlaus
der Nikolaus / Weihnachtsmann
De Samichlaus chunnt am sächste Dezämber.
Der Nikolaus kommt am 6. Dezember.
Aussprache: [de SA-mi-chlaus] (ch uvular, laus wie in Maus). 'Samichlaus' = Sankt Nikolaus. Kommt am 6. Dezember mit dem 'Schmutzli' (seinem dunklen Begleiter). 'Sächste' = sechste.
s Hornusse
das Hornussen (Schweizer Mannschaftssport)
Hornusse isch en typisch Schwiizer Sport.
Hornussen ist ein typisch schweizerischer Sport.
Traditioneller Schweizer Sport: Ein Puck (Nouss) wird geschlagen und das gegnerische Team versucht ihn mit einer Schindel abzufangen.
'Putze' = putzen. 'Samschtig' = Samstag. Saubermachen ist in der Schweiz wichtig – Ordnung und Sauberkeit sind kulturelle Werte.
d Chuchi
die Küche
D Chuchi isch frisch renoviert.
Die Küche ist frisch renoviert.
Aussprache: [d CHU-chi] (beide ch stark uvular, wie Räuspern). k→ch: 'Küche' → 'Chuchi'. Doppelte Verschiebung.
s Wohnzimmer
das Wohnzimmer
Chum, mir hocked is Wohnzimmer.
Komm, wir setzen uns ins Wohnzimmer.
'Wohnzimmer' wie im Hochdeutschen. 'Hocked' = setzen uns/sitzen. 'Is' = ins.
de Chäller
der Keller
De Wii isch im Chäller.
Der Wein ist im Keller.
Aussprache: [de CHÄL-ler] (starkes ch, ä wie in Bär). k→ch: 'Keller' → 'Chäller'. 'Wii' = Wein.
de Balkon
der Balkon
Mir sitzed uf em Balkon i de Sunne.
Wir sitzen auf dem Balkon in der Sonne.
'Balkon' wie im Hochdeutschen, aber die Betonung liegt auf der ersten Silbe: BAL-kon (nicht bal-KON).
d Garage
die Garage
S Auto isch i de Garage.
Das Auto ist in der Garage.
'Garage' wird französisch ausgesprochen: 'Garasch'. 'I de' = in der.
d Mieti
die Miete
D Mieti z Züri isch huere tüür.
Die Miete in Zürich ist sehr teuer.
Aussprache: [d MIE-ti] (ie wie in Miete, -i Endung). 'Mieti' = Miete (Endung -e → -i). 'Z Züri' = in Zürich. 'Tüür' = teuer.
zügle
umziehen
Mir zügled nöchscht Monet.
Wir ziehen nächsten Monat um.
Aussprache: [ZÜÜG-le] (langes ü, g+le am Ende). 'Zügle' = umziehen (eine Wohnung wechseln). 'Nöchscht Monet' = nächsten Monat. Nicht verwechseln mit 'umziehe' (sich umkleiden).
Hä?
Wie bitte? / Was?
Hä? Was häsch gseit?
Was? Was hast du gesagt?
Informelle Rückfrage bei Nichtverstehen. Etwas unhöflich, unter Freunden aber normal.
Wie bitte?
Wie bitte? (höflich)
Wie bitte? Chönd Sie das wiiderhole?
Wie bitte? Können Sie das wiederholen?
Höfliche Rückfrage. 'Chönd' = können (Sie-Form). 'Wiiderhole' = wiederholen.
Genau
Genau / Richtig / Ja
Genau, das han ich au dänkt.
Genau, das habe ich auch gedacht.
Extrem häufige Zustimmungspartikel. In der Schweiz wird 'Genau' ständig als Bestätigung verwendet, öfter als in Deutschland.
Ebe
Eben / Genau so ist es
Ebe, das isch ja s Problem!
Eben, das ist ja das Problem!
'Ebe' = eben. Drückt Bestätigung oder eine gewisse Resignation aus. 'Ebe halt' = es ist halt so.
Halt
Halt / Eben (Modalpartikel)
S isch halt so i de Schwiiz.
Es ist halt so in der Schweiz.
'Halt' drückt Akzeptanz oder Unvermeidlichkeit aus. Extrem häufig im Schweizerdeutschen. Oft mit 'ebe' kombiniert: 'ebe halt'.
Oder?
Oder? / Nicht wahr?
S isch schön hüt, oder?
Es ist schön heute, oder?
'Oder?' am Satzende = universelle Vergewisserungsfrage. Wird in der Schweiz extrem oft verwendet, fast reflexartig.
Gäll?
Nicht wahr? / Gell?
Du chunnsch au, gäll?
Du kommst auch, nicht wahr?
Aussprache: [GÄLL] (ä wie in Bär, doppeltes l). 'Gäll?' = Vergewisserungsfrage. Etwas ländlicher als 'oder?', aber sehr verbreitet. Von 'gälten' (gelten).
eigetlich
eigentlich
Eigetlich wött i hei, aber...
Eigentlich möchte ich nach Hause, aber...
Aussprache: [EI-get-lich] (ch wie in ich). 'Eigetlich' = eigentlich. 'Wött' = möchte/wollte. 'Hei' = heim/nach Hause.
sicher
sicher / bestimmt / ja klar
Sicher, das mach ich gärn!
Sicher, das mache ich gerne!
'Sicher' wird in der Schweiz häufig als Zustimmung verwendet, wie 'natürlich' oder 'klar'. Stärker als im Hochdeutschen.
eifach
einfach
S isch eifach so, da chasch nüüt mache.
Es ist einfach so, da kannst du nichts machen.
Aussprache: [EI-fach] (ei wie in Meister, ch wie in ach). 'Eifach' statt 'einfach'. Wird auch als Modalpartikel verwendet: 'Das isch eifach guet' = Das ist wirklich gut.
grad
gerade / gleich
Ich chume grad!
Ich komme gleich!
'Grad' = gerade/gleich. 'Grad jetzt' = gerade jetzt. 'Ich bi grad am schaffe' = Ich arbeite gerade.
nomol
nochmal / noch einmal
Chasch das nomol säge?
Kannst du das nochmal sagen?
Aussprache: [NO-mol] (beide o kurz). 'Nomol' = nochmal (Verschmelzung von 'noch einmal'). 'Säge' = sagen.
jetz
jetzt
Mir gönd jetz, tschau!
Wir gehen jetzt, tschüss!
'Jetz' statt 'jetzt' (End-t fällt weg). Auch 'jetzt' wird verstanden, aber 'jetz' ist natürlicher.
öppe
ungefähr / etwa
S sind öppe zwänzg Lüüt cho.
Es sind ungefähr zwanzig Leute gekommen.
Aussprache: [ÖP-pe] (ö wie in Öffnung). 'Öppe' = ungefähr/etwa. Nicht verwechseln mit 'öpper' (jemand) oder 'öppis' (etwas).
öppis
etwas
Häsch öppis z ässe dahi?
Hast du etwas zu essen dabei?
Aussprache: [ÖP-pis] (ö wie in Öffnung). 'Öppis' = etwas. 'Z ässe' = zu essen. 'Dahi' = dabei.
niemer
niemand
Niemer hät Zit am Friitig.
Niemand hat Zeit am Freitag.
Aussprache: [NIE-mer] (ie wie in nie). 'Niemer' = niemand. 'Friitig' = Freitag. Gegenteil: 'öpper' = jemand.
Aussprache: [Ä-be] (ä wie in Bär, leicht resigniert). 'Äbe' = eben (mit leicht resigniertem Unterton). Kann Bedauern ausdrücken. Nicht identisch mit 'ebe' (bestätigend).
Aussprache: [GOP-fer-ta-mi] (Betonung auf erster Silbe). Ausruf der Verärgerung. Euphemismus für 'Gott verdammt mich'. Mildere Version: 'Gopferteckel', 'Gopfridstutz'.
Aussprache: [SAM-schtig] (sch+tig zusammen). 'Samschtig' = Samstag. 'Märt' = Markt. Der Samstagsmarkt ist in vielen Schweizer Städten Tradition.
Sundi
Sonntag
Am Sundi isch alls zue.
Am Sonntag ist alles geschlossen.
Aussprache: [SUN-di] (u wie in Fluss). 'Sundi' = Sonntag (stark verkürzt). In der Schweiz sind Geschäfte sonntags geschlossen. Sonntagsruhe ist gesetzlich geschützt.
Aussprache: [s POSCHT-au-to] (scht in der Mitte). 'Postauto' = gelber Postbus, der ländliche Gebiete bedient. Berühmt für sein Dreiklanghorn. 'Ue' = hinauf.
d S-Bahn
die S-Bahn
Ich nimm d S-Bahn uf Winterthur.
Ich nehme die S-Bahn nach Winterthur.
'S-Bahn' = Schnellbahn im Stadtgebiet. 'Uf Winterthur' = nach Winterthur (Richtung mit 'uf').
s Gleis
das Gleis / der Bahnsteig
De Zug fahrt ab Gleis zwöi.
Der Zug fährt ab Gleis zwei.
'Gleis' wie im Hochdeutschen. 'Zwöi' = zwei. Am Bahnhof: 'Gleis 1, 2, 3...'.
de Verspaatig
die Verspätung
De Zug hät fünf Minute Verspaatig.
Der Zug hat fünf Minuten Verspätung.
Aussprache: [de fer-SCHPAA-tig] (langes a, -ig Endung). 'Verspaatig' = Verspätung (Endung -ung → -ig). In der Schweiz sind Verspätungen selten – die SBB ist sehr pünktlich.
s ÖV-Netz
das ÖPNV-Netz
S ÖV-Netz i de Schwiiz isch mega guet.
Das öffentliche Verkehrsnetz in der Schweiz ist super gut.
'ÖV' = öffentlicher Verkehr (Helvetismus). 'Netz' = Netz. Das Schweizer ÖV-Netz gilt als eines der besten weltweit.
s Töff
das Motorrad
Er fahrt mit em Töff i d Ferie.
Er fährt mit dem Motorrad in den Urlaub.
Aussprache: [s TÖFF] (ö wie in Löffel, doppeltes f). 'Töff' = Motorrad (lautmalerisch, vom Motorgeräusch). 'Töffli' = Moped/Mofa. Sehr typisch Schweizerdeutsch.
Am Räbeliechtli-Umzug laufed d Chind mit Liechter.
Am Rübenlichterumzug gehen die Kinder mit Laternen.
Aussprache: [de RÄ-be-liecht-li UM-zug] (ä wie in Bär, ie wie in Licht). 'Räbeliechtli' = Rübenlaterne (Diminutiv). Traditioneller Herbstumzug, bei dem Kinder mit geschnitzten Rüben durch die Straßen ziehen.
d Bundesfier
die Bundesfeier (1. August-Feier)
D Bundesfier isch immer am Erst August.
Die Bundesfeier ist immer am 1. August.
Aussprache: [d BUN-des-fier] (ie wie in hier). 'Bundesfier' = offizielle Bezeichnung für die Feier zum Nationalfeiertag. 'Fier' = Feier (Endung -er statt -eier).
de Böögg
der Böögg (Schneemann-Figur am Sechseläuten)
Wänn de Böögg explodiert, chunnts en guete Summer.
Wenn der Böögg explodiert, kommt ein guter Sommer.
Aussprache: [de BÖÖGG] (langes ö, hartes Doppel-g). 'Böögg' = Schneemann-Figur, die am Zürcher Sechseläuten verbrannt wird. Je schneller der Kopf explodiert, desto besser der Sommer.
s Sächsiläute
das Sechseläuten (Zürcher Frühlingsfest)
Am Sächsiläute rited d Zünft um de Böögg.
Am Sechseläuten reiten die Zünfte um den Böögg.
Aussprache: [s SÄCHS-i-läu-te] (ä wie in Bär, äu wie in Bäume). 'Sächsiläute' = Sechseläuten (Zürcher Frühlingsfest im April). 'Rited' = reiten. 'Zünft' = Zünfte (historische Berufsverbände).
s Wienachtsmärt
der Weihnachtsmarkt
Am Wienachtsmärt gits Glühwii und Magenbrot.
Am Weihnachtsmarkt gibt es Glühwein und Magenbrot.
Aussprache: [s WIE-nachts-märt] (ie wie in Wien, ä wie in Bär). 'Wienacht' = Weihnachten. 'Märt' = Markt. 'Glühwii' = Glühwein. 'Magenbrot' = typisches Schweizer Weihnachtsgebäck.
Alles Gueti!
Alles Gute!
Alles Gueti zum Geburtstag!
Alles Gute zum Geburtstag!
Aussprache: [al-les GUE-ti] (ue-Diphthong). 'Gueti' = Gute (mit -i Endung). Standardwunsch zum Geburtstag und anderen Anlässen.
Es schöns Weekend!
Ein schönes Wochenende!
Tschau, es schöns Weekend!
Tschüss, ein schönes Wochenende!
'Es schöns' = ein schönes. 'Weekend' = Wochenende. Typischer Freitagsgruss.
uff
puh / uff (Erleichterung)
Uff, das isch aasträngend gsi!
Puh, das war anstrengend!
'Uff' = Ausruf der Erleichterung oder Erschöpfung. 'Aasträngend' = anstrengend. 'Gsi' = gewesen.
aha
aha / achso
Aha, jetzt verstah ich!
Aha, jetzt verstehe ich!
'Aha' wie im Hochdeutschen. 'Verstah' = verstehe.
easy
einfach / kein Problem (Jugendsprache)
Das isch easy, kei Problem!
Das ist einfach, kein Problem!
Englisches Lehnwort, besonders bei jüngeren Sprechern beliebt. Auch: 'easy peasy'.
voll
total / voll (Verstärkung)
Das isch voll cool!
Das ist total cool!
'Voll' als Verstärkung, besonders in der Jugendsprache. 'Voll guet' = total gut.
mega
mega / super / richtig
Das isch mega geil!
Das ist mega geil!
'Mega' als Verstärkungswort, besonders bei Jüngeren. 'Mega guet', 'mega cool', 'mega fein'.
Es gaht so
Es geht so / so lala
Wie gaats? – Es gaht so.
Wie geht es? – Es geht so.
Aussprache: [es GAHT so] (a wie in Vater). 'Es gaht so' = mittelmäßig. Ehrlichere Antwort als 'Guet'. 'Gaht' = geht.
de Znüni-Sack
die Znüni-Tüte (für den Schulsnack)
Vergiss de Znüni-Sack nöd!
Vergiss die Znüni-Tüte nicht!
Aussprache: [de ZNÜÜ-ni SAK] (zn- zusammen, langes ü). 'Znüni-Sack' = Tüte mit dem Vormittagssnack für die Schule. Eltern packen ihren Kindern jeden Tag einen Znüni ein.
d Glacé
das Eis / die Eiscreme
Mir gönd go Glacé ässe!
Wir gehen Eis essen!
Aussprache: [d gla-SSEH] (französisch, Betonung am Ende). 'Glacé' = Speiseeis (aus dem Französischen). In der Schweiz nie 'Eiscreme' oder 'Eis' (= gefrorenes Wasser). 'Go ässe' = essen gehen.
s Bitzgi
das Kerngehäuse (Apfel)
Schmiss s Bitzgi i de Kompost!
Wirf das Kerngehäuse in den Kompost!
Aussprache: [s BITZ-gi] (kurzes i). 'Bitzgi' = Kerngehäuse/Überrest eines Apfels. Kein hochdeutsches Äquivalent. 'Schmiss' = wirf. 'Kompost' = Kompost.
s Gummeli
das Radiergummi
Häsch es Gummeli? Ich ha fehler gmacht.
Hast du ein Radiergummi? Ich habe Fehler gemacht.
Aussprache: [s GUM-me-li] (Diminutiv -li). 'Gummeli' = Radiergummi (Diminutiv von 'Gummi'). Auch 'Gummi' für Kaugummi. 'Fehler' = Fehler.
s Sackmesser
das Taschenmesser
Häsch dis Sackmesser dabi?
Hast du dein Taschenmesser dabei?
'Sackmesser' = Taschenmesser ('Sack' = Tasche). Das Schweizer Sackmesser (Swiss Army Knife) ist weltberühmt. 'Dabi' = dabei.
de Wanderweg
der Wanderweg
De Wanderweg isch guet markiert.
Der Wanderweg ist gut markiert.
'Wanderweg' wie im Hochdeutschen. Gelbe Wegweiser markieren Wanderwege. Die Schweiz hat 65.000 km Wanderwege.
d Bergbahn
die Bergbahn / Seilbahn
Mir fahred mit de Bergbahn uf de Gipfel.
Wir fahren mit der Bergbahn auf den Gipfel.
'Bergbahn' = Seilbahn/Gondelbahn. Die Schweiz hat über 1500 Seilbahnen. 'Gipfel' = Gipfel.
d Abstimmig
die Abstimmung / Volksabstimmung
Am nöchschte Sundi isch Abstimmig.
Am nächsten Sonntag ist Abstimmung.
Aussprache: [d AB-schtim-mig] (scht, -ig Endung). 'Abstimmig' = Abstimmung (Endung -ung → -ig). Direkte Demokratie: Schweizer stimmen regelmässig über Gesetze ab.
stimme
abstimmen / wählen
Häsch scho gstimmt?
Hast du schon abgestimmt?
'Stimme' = abstimmen. 'Gstimmt' = abgestimmt. In der Schweiz kann man brieflich oder an der Urne abstimmen.
de Röstigrabe
der Röstigraben (Sprachgrenze)
De Röstigrabe isch d Gränze zwüsched Dütsch- und Wälschschwiiz.
Der Röstigraben ist die Grenze zwischen der Deutsch- und Westschweiz.
Aussprache: [de RÖSCH-ti-gra-be] (ö wie in Rösti, mit sch). 'Röstigrabe' = kulturelle/sprachliche Grenze zwischen Deutsch- und Westschweiz. Benannt nach Rösti (nur in der Deutschschweiz populär).
de Schwinger
der Schwinger (Schweizer Ringer)
De Schwinger hät sin Gägner uf de Rugge gheit.
Der Schwinger hat seinen Gegner auf den Rücken geworfen.